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Diätpillen

Es gibt verschiedene Arten von Diätpillen, die das Abnehmen erleichtern (sollen). Manche Medikamente sind wirksamer als andere, haben dafür aber meistens auch mehr Nebenwirkungen. Allgemein gilt sowieso: Nur durch Tabletten allein wird man nicht dünn.

Die Diätpillen lassen sich grob in vier Gruppen einteilen:

Mit persönlichen Erfahrungsberichten kann ich auch hier nicht dienen, weil ich allgemein nicht viel von Medikamenten halte. Deswegen hier ein paar Sachen, die ich im Netz dazu gefunden haben.

Xenical

Xenical wird von La Roche hergestellt und ist seit dem 29. Juli 1998 auf dem europäischen Markt zum Verkauf zugelassen. Es ist nicht das erste Medikament, daß die Pfunden bekämpfen soll, andere wie "Ponderax" und "Isomeride" (Wirksrtoffe: Fenfluramin und Dexfenfluramin) wurden wegen ihrer Nebenwirkungen vom Markt genommen. Xenical soll nun nahezu Nebenwirkungsfrei sein.

Die Wirkung von Xenical

Noch vor einigen Jahren wurden die Kalorien gezählt, wenn es darum ging abzunehmen. Heute verfestigt sich die Annahme, dass es vorwiegend das Nahrungsfett ist, das zu Übergewicht führt. Zwar liefern auch andere Nahrungsbestandteile, wie Eiweiß und Kohlenhydrate Energie, aber für die Einlagerung als Fettpolster scheint eher das Nahrungsfett verantwortlich zu sein. Folgerichtig setzt das Medikament Xenical auch bei der Fettverdauung an. Die Wirkung von Xenical beruht auf dem Wirkstof Orlistat. Dieser hemmt das im Darm vorkommende fettspaltende Enzym, die Lipase. Dieses Enzym kann unter normalen Umständen sogar mit Fettmengen bis zu 140g noch "weiterverarbeiten", so dass auch große Mengen Fett der Verdauung nicht einfach entkommen können. Der Wirkstoff von Xenical nun tut nichts anderes, als die Lipase zu hemmen, so dass lediglich ca. 60% der aufgenommenen Fettmenge verdaut werden. Der Rest verlässt den Körper wieder unverdaut. Die Zielgruppe für das Medikament sind Menschen mit so genannter Adipositas (Fettsucht). Als adipös gilt nach medizinischen Regeln jeder, der einen Body-Mass-Index von mehr als 30 hat. Kommen noch andere Risikofaktoren wie Diabetes oder Bluthochdruck hinzu, kann Xenical auch schon ab einem BMI von 28 verabreicht werden. Xenical ist also nicht für Menschen gedacht, die ein paar Pfund zu viel wiegen.

Wichtig und auch vom Hersteller immer wieder betont wird, dass Xenical nur in Verbindung mit einer fettreduzierten Ernährung eingesetzt werden soll. Dies ist sinnvoll, denn die ernährungswissenschaftliche Forschung hat immer wieder belegen können, dass eine dauerhafte Gewichtsabnahme nur mit einer Ernährungsumstellung erreicht werden kann. Außerdem sollte bereits während der Einnahme angefangen werden, die Gewichtsabnahme durch körperliche Betätigung zu unterstützen.

In amerikanischen Studien konnte gezeigt werden, dass Xenical tatsächlich zur Gewichtsabnahme führt, wird die Diät jedoch gelockert, kommt es schnell wieder zu einer Gewichtszunahme, die im Mittel jedoch ca. 2 kg unter der ohne Verabreichung des Medikamentes liegt.

Nebenwirkungen von Xenical

Xenical birgt eine "eingebaute Strafe", für den Fall, dass die begleitende fettarme Diät nicht eingehalten wird. In diesem Fall kommt es nämlich zu unangenehmen Nebenwirkungen, wie Fettigen, flüssigen Stühlen, Blähungen und anderen Magen-Darm-Beschwerden. Der Grund dafür ist die zu hohe Menge unverdauten Fettes. Eine weitere ernst zu nehmende Nebenwirkung ist die Behinderung der Aufnahme wichtiger fettlöslicher Stoffe, wie zum Beispiel fettlöslicher Vitamine. Durch die verminderte Fettaufnahme geht leider auch ein Teil dieser lebenswichtigen Stoffe verloren. (In einer Studie konnte gezeigt werden, dass die Vitamin E- Aufnahme durch Xenical nur 43% betrug). Zu klinischen Symptomen kam es allerdings nicht. Weitere Nebenwirkungen wurden bisher nicht festgestellt. Zwar kam es bei Studien zu einem vermehrten Auftreten von Brustkrebs, aber der Zusammenhang zur Einnahme von Xenical konnte weder bestätigt noch dementiert werden.

Bewertung

In der Fachwelt wird Xenical nahezu durchweg nicht als Langzeitmedikament empfohlen. Auch der Hersteller des Präparates empfiehlt das Medikament nicht länger als 6 bis 9 Monate einzunehmen. Nach dieser Zeit stagniert der Gewichtsverlust. Xenical kann also lediglich den Einstieg in eine gesündere Ernährungsform erleichtern. Nach dem Absetzen des Medikaments muss die fettreduzierte Ernährung und die vermehrte körperliche Bewegung beibehalten werden, um eine erneute Gewichtszunahme zu verhindern. Erste Zahlen belegen, dass Xenical nicht das Allheilmittel ist, für das man es gehalten hat. Von ca. 200.000 Übergewichtigen die das Medikament von September bis Dezember 1998 genommen haben, haben mindestens ein Drittel dieses wieder enttäuscht abgesetzt, so "Stiftung Warentest". Der Gewichtsverlust ist nicht insgesamt nicht so ausgeprägt, dass der hohe Kostenaufwand für das Medikament gerechtfertigt erscheinen.

Reductil

Reductil wurde vom Hertsteller BASF in den achtziger Jahren als Antidepressivum vorgesehen. Wegen zu geringer antidepressiver Effektivität aber dann doch nicht auf den Markt gebracht. Im Verlaufe der klinischen Studien fielen dem Hersteller jedoch gewichtsreduzierenden Eigenschaften auf, und die Substanz wurde daraufhin auf ihre Wirksamkeit zur Behandlung bei Adipositas genauer untersucht.

Die Wirkung von Reductil

Der Wirkstoff von Reductil ist das Sibutramin. Dieses greift, wie frühere Appetitzügler, in den Stoffwechsel des Gehirns ein. Genauer gesagt beeinflusst Reductil die Verfügbarkeit der Botenstoffe Serotonin und Noradrenalin. Anders als die inzwischen verbotenen Appetitzügler "Ponderax" und "Isomeride", setzt es die Botenstoffe aber nicht frei, sondern hemmt deren Wiederaufname durch die Nerven. Die erste Generation der Appetitzügler wurde vom Markt genommen, weil es unter ihrer Einnahme bei einigen Menschen zur Verengung der Lungengefäße mit Ausbildung eines Bluthochdrucks in der Lunge gekommen war. Dieser Hochdruck kann zur Schwächung des rechten Herzmuskels führen, im ungünstigsten Fall sogar mit Todesfolge. Bei Reductil wurden diese Nebenwirkungen nicht gefunden. Die Gewichtsabnahme entspricht etwa derjenigen beim Xenical (also auch zusammen mit Diät!). Nach Absetzen von Sibutramin steigt das Gewicht bei denen, die am meisten abgenommen haben, allerdings schnell wieder an.

Nebenwirkungen von Reductil

Bei Reductil sind die Nebenwirkungen, die das Verbot der ersten Generation der Appetitzügler verursacht zwar nicht gefunden worden, dennoch gibt es bekannte Nebenwirkungen: Dosisabhängig steigt der Blutdruck und die Herzfrequenz. Es kann zu Anorexie, Verstopfung, Übelkeit, Mundtrockenheit, Schlaflosigkeit, Schwindel und Schweißausbrüchen kommen. Dr. M. Spraul von der Adipositas Ambulanz der Heinrich-Heine Universität in Düsseldorf äußerte sich in der Zeitschrift der Stiftung Warentest zur Langzeitverträglichkeit: wie folgt: "Die Daten reichen noch nicht aus, um Lungenhochdruck als lebensgefährliche Begleizterscheinung auszuschließen."

Bewertung

Die ameikanische Zeitschrift "Medical Letter" sprach sich 1998 dagegen aus, das Medikament zu benutzten. In Anbetracht der möglichen Nebenwirkungen ist diese Meinung zu unterstützen. Bei Reductil besteht darüber hinaus die Gefahr zu glauben, schnell und bequem durch eine Pille abnehmen zu können, in noch größerem Maße als bei Xenical, da keine physiologische Sicherung (wie z:B: die Fettstühle) existiert.

Matricur

Matricur ist ein Produkt der Health Care AG und ist Ergebnis einer langen Forschungsarbeit auf dem Gebiet der Kollagene. Das Produkt ist seit März 1999 auf dem deutschen Markt frei erhältlich.

Die Wirkung von Matricur

Die Wirkung von Matricur beruht auf der Quellfähigkeit des Kollagens, aus dem die Tabletten bestehen. Damit sich die Wirkung voll entfaltet, muss man jeweils eine halbe Stunde vor dem Essen sind zwei bis drei der Tabletten mit ca. 300 bis 400 ml Flüssigkeit zu sich nehmen. Im Magen quellen die Dragees dann durch das Wasser auf das 18-fache ihres ursprünglichen Volumens. Durch die Dehnung kommt es zu einer Dehnung der Magenwand, die ein Sättigungsgefühl, ähnlich dem gut gefülltem Magen, auslöst. Die Folge ist eine geringere Nahrungsaufnahme. Nach ca. 8 Stunden ist der "Schwamm" durch die Verdauungssäfte so weit aufgelöst, dass ohne nennenswerten Brennwert verdaut werden kann. Patienten, die Matricur getestet haben, äußerten sich positiv über das verringerte Hungergefühl und nahmen im Schnitt innerhlab von 6 Wochen 1,5 kg ab.

Nebenwirkungen von Matricur

Nebenwirkungen sind nicht bekannt, da keine chemisch wirksame Substanz enthalten ist. Lediglich das Auftreten von Völlegefühl ist beschrieben worden.

Bewertung

Matricur ist das Teuerste der hier vorgestellten Präparate. Bedenkt man, dass man lediglich hochquellfähiges Kolloagen erhält, beschleicht einen das Gefühl, dass man hier viel Geld für nichts ausgeben kann. Andererseits ist Matricur das einzige Präparat, das keine Nebenwirkungen hat und nicht tief in den Stoffwechsel eingreift. Zu Kritisieren ist wieder mal, dass alleine durch das Präparat keine Ernährungsumstellung erfolgt und damit der Langzeiterfolg nicht gewährleistet ist. Bleibt abzuwarten, ob Übergewichtige das Medikament nicht letztendlich durch eine höhere Energiedichte austricksen. Das wäre z.B. der Fall, wenn der Fettanteil zu lasten von Eiweiß und Kohlenhydraten vermehrt wird. Dann kann man nämlich auch noch bei durch Matricur gefüllten Magen einiges an Kalorien zu sich nehmen. Wer beim Abnehmen sehr stark unter Hungergefühl leidet, kann allerdings auch vermehrt Lebensmittel wie Salate zu sich nehmen, die von Haus aus wenig Kalorien haben, und den Magen ebenfalls füllen. Diese dehnen den Magen zwar nicht solange wie Matricur, liefern dafür aber Vitamine und Mineralstoffe. Unter dem Strich bleibt ein sehr teures Präparat, das bei Menschen, die beim Abnehmen sehr stark unter Hungergefühl leiden, eingesetzt werden kann, aber keine Dauerhafte Gewichtsreduktion gewährleistet, wenn nicht das Ernährungsverhalten gleichzeitig geändert wird.

Quelle: inform24.de

Öko-Test

Fett bleibt fett

Die Medizin hat zwar schon vieles bewerkstelligt, doch eine Pille gegen Fettpölsterchen gibt es nicht. Das bestätigt auch unser Test: Von 30 untersuchten Schlankheitsmitteln schneidet das Gros mit "ungenügend" ab, nur ein Produkt erreicht ein "befriedigend".

ÖKO-TEST hat 30 Schlankheitsmittel eingekauft, in die Labore geschickt und begutachten lassen. Darunter sind drei rezeptpflichtige Arzneimittel, neun Produkte, die auf einen Sättigungseffekt zielen, und 18 Mittel mit verschiedenen Wirkprinzipien.

Das Testergebnis

Nur je ein Produkt schneidet mit "befriedigend" und "ausreichend" ab, der Rest fällt mit "mangelhaft" oder "ungenügend" durch. Als einzige erhalten die Xenical 120 mg, Hartkapseln von Roche ein "befriedigend". Ihr Wirkstoff Orlistat hemmt die Spaltung der Fette im Dünndarm, sodass der Körper weniger Fett und Kalorien aufnimmt. Doch die Pille allein macht nicht schlank: Ein Erfolg ist nur im Rahmen einer Diät zu erwarten.
Die Reductil 10 mg, Kapseln von Abbott bekommen nur ein "ausreichend", weil zwar Studien die Wirksamkeit belegen, der Wirkstoff Sibutramin aber erhebliche Nebenwirkungen hat: erhöhten Blutdruck, gesteigerte Herzfrequenz, Verstopfung, Übelkeit, Mundtrockenheit, Schlaflosigkeit, Schwindel und Schweißausbrüche.
Die Finger lassen sollte man von den Boxogetten S, Dragees von Boxo-Pharm. Deren Wirkstoff Norephedrin zügelt zwar den Appetit, wirkt aber anregend aufs Gehirn, woraus nicht selten eine Abhängigkeit resultiert. Hinzu kommen Nebenwirkungen wie zum Beispiel Schlafstörungen, Unruhe, Gereiztheit, starker Bewegungsdrang und gelegentliche Verwirrtheit.
Für alle anderen Präparate ist die Wirksamkeit nicht ausreichend nachgewiesen. Bei den allermeisten fehlt zudem der Hinweis auf die nötige Änderung der Ernährung.

Drei "ungenügende" Mittel enthalten Ephedra-Alkaloide und verwandte Verbindungen in Kombination mit Koffein. Aufgrund der anregenden Wirkung der Substanzen ist bei nicht bestimmungsgemäßem Gebrauch mit erheblichen Nebenwirkungen wie Nervosität, Zittern, Schweißausbrüchen und Herzrhythmusstörungen zu rechnen. Das aus der Bitterorange stammende Synephrin hat ähnliche Wirkungen.
Dehydroepiandrosteron in den DHEA-25, Kapseln kann im Körper in Geschlechtshormone umgewandelt werden. Chrompicolinat dürfen Nahrungsergänzungsmittel in Deutschland nicht enthalten, ansonsten sind sie nicht verkehrsfähig.
Pestizide in einigen Produkten stammen vermutlich aus den verwendeten Fruchtfasern und -pulvern. In den Grapefruit Spezial Ballaststoff-Tabletten betrug die Menge des Insektizids Chlorpyrifos mehr als 50 Prozent des Grenzwertes.

ÖKO-TEST Jahrbuch für 2005

Wenig Licht, viel Schatten

Zehn der getesteten Produkte wurden als nicht empfehlenswert bewertet. Das Prädikat sehr empfehlenswert konnten nur zwei der getesteten Schlankheitsmittel für sich in Anspruch nehmen: Optifast als Form des proteinmodifizierten Fastens im Rahmen einer strukturierten Adipositas-Schulung und das Sättigungsprodukt CM3 Alginat. Beide Produkte können einen guten Beitrag zur langfristigen und kontrollierten Gewichtsreduktion leisten.

Empfehlenswert sind: Xenical, BMI23 und Gplus.

Mit Einschränkungen empfehlenswert sind: SlimFast, Reductil und Cefamadar.

Kaum empfehlenswert ist Agioslim.

Nicht empfehlenswert sind: Fucus 2000, Biofax, Recatol Algin, Bionorm Konjak-Kapseln, Formoline L112, Almased, Strobby, Matricur und Valgo.

Fazit
Langfristige Gewichtsreduktion ist nur auf Basis einer Ernährungsumstellung bei ausreichender körperlicher Bewegung erfolgreich! Positiv bewertete Schlankheitsprodukte können dabei hilfreich sein.

Quelle: ernaehrungsmed.de