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SvV

Was ist SvV?


Unter Svv (selbstverletzendes verhalten) versteht man Menschen, welche sich selber Verletzungen zufügen indem sie sich schneiden, verbrennen, ritzen etc.
Selbstverletzung wird dazu gebraucht sich von größeren Spannung oder Ängsten zu befreien. Oder der Betroffene beginnt Fehler bei sich selbst zu suchen, wenn sie oder er einen Verlust von Liebe oder Anerkennung erfahren hat. Aus diesem Konflikt resultiert oft eine depressive oder
autoaggressive Reaktion.Als Autoaggression wird der
aggressive Akt gegen die eigene Person bezeichnet.
Ebenso wie die Eßstörung hilft auch die Selbstverletzung
dem Betroffenen bei der Verdrängung, dem Abblocken und
der Äußerung von Gefühlen und Empfindungen.

Arten der Selbstverletzung:

Sie wird in drei Arten unterschieden:

1. leichter Autoaggression.
Sich äußere Verletzungen zuführen. Dies ist die am häufigsten auftretende Form selbstverletzenden Verhaltens. Hierzu werden alle möglichen äußeren Verletzungen, wie z.B. sich die Haare ausreißen, sich schneiden, sich verbrennen/ verbrühen, sich selber die Knochen zu brechen, sich selber schlagen, oder der Eingriff in den Heilungsprozess äußerer Wunden gezählt

2. mittlerer Autoaggression.
Sich innere Verletzungen zufügen. Diese Form der Selbstverletzung äußert sich darin, daß die Betroffenen den Kopf gegen die Wand schlagen, sich den Augapfel eindrücken, sich beißen, kratzen oder kneifen mit sichtbaren Verletzungen.

3. schwerer Autoaggression.
Selbstverstümmelung. Die ist die seltenste und extremste Form selbstverletzenden Verhaltens, es werden Gliedmaßen oder andere Körperteile amputiert. Es entstehen
lebensbedrohliche Verletzungen durch z.B. Stechen mit den Fingern in die Augen, Abbeißen von Fingerkuppen, Lippe oder Zunge)

Des Weiteren wird die Selbstverletzung noch in zwei weitere Kategorien unterteilt: die offene und die heimliche Selbstverletzung.

Unter der offenen Selbstverletzung versteht man, das die betroffenen Person sich selbst wiederholt verletzt, ohne bewusste Selbstmordgedanken zu haben. Sie wird deswegen als offen bezeichnet, da die betroffenen Person ihre selbst zugefügten Verletzungen nicht verheimlichen kann. Zu den Arten der offenen Selbstverletzungen zählen z.B.

- sich mit scharfen Gegenständen wie z.B. Rasierklingen in die Haut schneiden (meist an den Unterarmen)
- sich selbst oder mit dem Kopf gegen die Wand schlagen
- Stechen
- Aufkratzen der obersten Hautschichten
- Kauen und Nagen am eigenen Fleisch
- Aufbeißen der Mundschleimhaut
- Abzupfen von Wundschorf
- sich mit Zigaretten oder Bügeleisen Verbrennungen zufügen
- Verätzen der Haut mit Chemikalien
- Ausreißen der Körperbehaarung
- Abschnüren einzelner Körperteile
- Einnahme geringer Mengen giftiger Substanzen
- Verschlucken von Gegenständen
- exessiver Sport
- ungesunde Ernährung ( meist Eßstörungen)
- Schlafentzug

Die offene Selbstverletzung wird noch einmal zwischen
Schweregrad, Häufigkeit und Dauer unterschieden:

Bei leichter Selbstverletzung handelt es sich meistens um oberflächliche Hautverletzungen wie Ritzen oder leichtes Schneiden. Es entstehen selten entstellende Narben.

Bei schwerer Selbstverletzung kommt es häufig zu bleibenden Narben bis hin zur Verstümmelung.


Wer ist betroffen?
(hier mach ich an alle Punkte ein * von denen ich glaub, dass sie auf mich zutreffen)

Betroffen sind meistens Personen, die:

- die sich selbst nicht leiden können und sich verneinen*
- impulsiver sind und es an Impulskontrolle mangelt
- dazu neigen nach ihrer momentanen Stimmungslage zu handeln*
- dazu neigen, in den Tag hinein zu leben und nicht weiterzuplanen*(schwankt sehr stark, mal plane ich alles durch, mal plane ich gar nichts)
- die sich selbst als nicht fähig erachten mit Situationen und Emotionen umzugehen*
- sehr empfindlich auf Ablehnung reagieren*
- keine vielfältigen Möglichkeiten der Verarbeitung und Bewältigung besitzen
- dazu neigen Probleme zu vermeiden*
- dazu neigen, ihre Ängste und Probleme zu unterdrücken und sie Niemandem anvertrauen*
- die depressiv und selbstzerstörerisch sind*
- unter chronischen Angstzuständen leiden* (treten nur gelegentlich auf)
- die sich selbst nicht für fähig halten, mit ihrem Leben umzugehen*
- kein Selbstvertrauen besitzen (* ich glaube schon, dass ich in einigen punkten selbstvertrauen habe)
- einen Hass auf sich selbst verspüren*

SvV-ler leiden meist an großem Selbsthass und können häufig nicht mit Gefühlen (vor allem Wut, Angst, Trauer) umgehen, welche sie dann gegen sich selbst richten. Sie sind in der Gesellschaft meist weder schüchtern noch scheu oder unauffällig, trotzdem fühlen sie sich als Außenseiter und denken, sie wären anders als die Menschen in ihrer Umgebung (das trifft alles extrem auf mich zu, niemand der mich so kennen lernt, würde glauben, das ich ein unglücklicher mensch bin). Häufig sind junge Frauen erkrankt, sehr häufig besteht ein Zusammenhang mit Essstörungen bzw. mit der "Pubertätsanorexie", die Mädchen in der Pubertät zwischen 13 und 17 erfasst. Es verletzen sich ca. 800.000 Mädchen in Deutschland selbst. Die Zahl der von SVV betroffenen Jungen liegt deutlich darunter. Das Verhältnis liegt etwa bei 5:1.

Ursachen:

- Depressionen
- Essstörungen: Anorexie- und Bulimie
- Missbrauchserfahrungen
- wiederholten Traumatisierungen
- Pubertätsumstellungen
- Kontrollverlusten
- Körperschema-Störungen
- Zwangsverhalten (OCD: Obsessive-Compulsive Disorder)
- schweren Zurücksetzungen
- psychotischen bzw. Borderline-Zuständen
- schizophrenen Schüben und ähnlichen seelischen Störungen

Viele der Betroffenen neigen zum Perfektionismus, sind unfähig, mit intensiven Gefühle umzugehen, und nicht in der Lage, ihre Gefühle verbal auszudrücken. Sie lieben sich selbst und ihren Körper nicht und leiden unter Umständen unter ernsten Stimmungsschwankungen. Sie greifen zur Selbstverletzung als einem Mittel, ihre Gefühle auszudrücken oder um sich selbst zu bestrafen. Selbstverletzung kann helfen, sich von intensiven Gefühlseindrücken und Empfindungen, wie Ärger/Wut, Traurigkeit, Einsamkeit, Scham, Schuld und anderen seelischen Qualen zu befreien.

Für viele ist das Schneiden ein Ventil, den innerlich
aufgestauten Druck herauszulassen. Andere wiederum empfinden sich selbst als so taub und gefühllos, dass erst der Anblick ihres eigenen Blutes ihnen zeigt, dass sie noch leben. Es ist für viele Betroffene einfacher, mit körperlichen Schmerzen umzugehen als mit seelischen Qualen.

Selbstverletzung kann aber auch als eine Form der Selbstbestrafung benutzt werden. Andere Betroffene verspüren wiederum einen solchen Hass auf sich und ihren Körper, dass sie sich in die Haut ritzen, um sich daran zu erinnern, wie wertlos sie angeblich sind.

Während der Selbstverletzung:

Die meisten sich selbst verletzenden berichten von partieller oder totaler Schmerzunempfindlichkeit während der Selbstverletzung. Das SVV schafft hier ein Grenzerleben und vermittelt ein Gefühl von Lebendigkeit. Die Haut wird wieder spürbar. Der Schnitt selbst ist schmerzfrei, erst nachträglich stellt sich ein begrenztes Schmerzempfinden ein. Das warme, pulsierende Blut ist ein Zeichen inneren Lebens. Durch das herausfließen des Blutes merkt man ein inneres ablassen des Druckes.

Die unmittelbar nach der Verletzung empfundenen Gefühle der SVV-ler werden überwiegend als positiv beschrieben. Bei den Betroffenen bleibt in der Regel ein Gefühl der inneren Ruhe zurück, das allerdings nicht sehr lange vorhält, so dass dieses Verhalten immer wieder gezeigt wird. Es wird berichtet von einer raschen Entlastung, Spannungsminderung, sowie einer Hebung der Stimmungslage und des Selbstwertgefühls nach dem Akt der Selbstverletzung.

Bei den meisten ebbt, das zunächst als positiv empfundene Gefühl, nach einiger Zeit ab und zurück bleiben Scham, Schuldgefühle und Trauer.