Was ist SvV?
Arten der Selbstverletzung:
Sie wird in drei Arten unterschieden:1. leichter Autoaggression.
Sich äußere Verletzungen zuführen. Dies ist die am häufigsten auftretende Form selbstverletzenden Verhaltens. Hierzu werden alle möglichen äußeren Verletzungen, wie z.B. sich die Haare ausreißen, sich schneiden, sich verbrennen/ verbrühen, sich selber die Knochen zu brechen, sich selber schlagen, oder der Eingriff in den Heilungsprozess äußerer Wunden gezählt
3. schwerer Autoaggression.
Selbstverstümmelung. Die ist die seltenste und extremste Form selbstverletzenden Verhaltens, es werden Gliedmaßen oder andere Körperteile amputiert. Es entstehen
lebensbedrohliche Verletzungen durch z.B. Stechen mit den Fingern in die Augen, Abbeißen von Fingerkuppen, Lippe oder Zunge)
Unter der offenen Selbstverletzung versteht man, das die betroffenen Person sich selbst wiederholt verletzt, ohne bewusste Selbstmordgedanken zu haben. Sie wird deswegen als offen bezeichnet, da die betroffenen Person ihre selbst zugefügten Verletzungen nicht verheimlichen kann. Zu den Arten der offenen Selbstverletzungen zählen z.B.
- sich mit scharfen Gegenständen wie z.B. Rasierklingen in die Haut schneiden (meist an den Unterarmen)Die offene Selbstverletzung wird noch einmal zwischen
Schweregrad, Häufigkeit und Dauer unterschieden:
Bei schwerer Selbstverletzung kommt es häufig zu bleibenden Narben bis hin zur Verstümmelung.
Betroffen sind meistens Personen, die:
SvV-ler leiden meist an großem Selbsthass und können häufig nicht mit Gefühlen (vor allem Wut, Angst, Trauer) umgehen, welche sie dann gegen sich selbst richten. Sie sind in der Gesellschaft meist weder schüchtern noch scheu oder unauffällig, trotzdem fühlen sie sich als Außenseiter und denken, sie wären anders als die Menschen in ihrer Umgebung (das trifft alles extrem auf mich zu, niemand der mich so kennen lernt, würde glauben, das ich ein unglücklicher mensch bin). Häufig sind junge Frauen erkrankt, sehr häufig besteht ein Zusammenhang mit Essstörungen bzw. mit der "Pubertätsanorexie", die Mädchen in der Pubertät zwischen 13 und 17 erfasst. Es verletzen sich ca. 800.000 Mädchen in Deutschland selbst. Die Zahl der von SVV betroffenen Jungen liegt deutlich darunter. Das Verhältnis liegt etwa bei 5:1.
Ursachen:- Depressionen
- Essstörungen: Anorexie- und Bulimie
- Missbrauchserfahrungen
- wiederholten Traumatisierungen
- Pubertätsumstellungen
- Kontrollverlusten
- Körperschema-Störungen
- Zwangsverhalten (OCD: Obsessive-Compulsive Disorder)
- schweren Zurücksetzungen
- psychotischen bzw. Borderline-Zuständen
- schizophrenen Schüben und ähnlichen seelischen Störungen
Für viele ist das Schneiden ein Ventil, den innerlich
aufgestauten Druck herauszulassen. Andere wiederum empfinden sich selbst als so taub und gefühllos, dass erst der Anblick ihres eigenen Blutes ihnen zeigt, dass sie noch leben. Es ist für viele Betroffene einfacher, mit körperlichen Schmerzen umzugehen als mit seelischen Qualen.
Während der Selbstverletzung:
Die meisten sich selbst verletzenden berichten von partieller oder totaler Schmerzunempfindlichkeit während der Selbstverletzung. Das SVV schafft hier ein Grenzerleben und vermittelt ein Gefühl von Lebendigkeit. Die Haut wird wieder spürbar. Der Schnitt selbst ist schmerzfrei, erst nachträglich stellt sich ein begrenztes Schmerzempfinden ein. Das warme, pulsierende Blut ist ein Zeichen inneren Lebens. Durch das herausfließen des Blutes merkt man ein inneres ablassen des Druckes.Die unmittelbar nach der Verletzung empfundenen Gefühle der SVV-ler werden überwiegend als positiv beschrieben. Bei den Betroffenen bleibt in der Regel ein Gefühl der inneren Ruhe zurück, das allerdings nicht sehr lange vorhält, so dass dieses Verhalten immer wieder gezeigt wird. Es wird berichtet von einer raschen Entlastung, Spannungsminderung, sowie einer Hebung der Stimmungslage und des Selbstwertgefühls nach dem Akt der Selbstverletzung.
Bei den meisten ebbt, das zunächst als positiv empfundene Gefühl, nach einiger Zeit ab und zurück bleiben Scham, Schuldgefühle und Trauer.
